Veranstaltung/Konzert aktuell
Jubiläumskonzert der Sängervereinigung Saulheim
Aus der Heimat in die Welt
In erster Linie ist es auf den gebürtigen Hunsrücker und großartigen Filmemacher Edgar Reiz zurückzuführen, dass der Begriff „Heimat“ in Simmern ganz großgeschrieben wird. Als der SonntagsChor Rheinland-Pfalz am 19. April im schmucken Hunsrückstädtchen zu Gast war, wurde ein gemütliches Lokal mit cineastischem Flair vorübergehend dessen „Heimat“. Zwischen Bogart und Schabbach durften sich die Sänger und Sängerinnen auf ihren Auftritt in der Stephanskirche vorbereiten. Das Konzert war Teil einer ganzen Reihe von Veranstaltungen von Simmern bis Rheinböllen, die unter dem Motto stehen: Kirchen sind Heimat.
Das aktuelle Konzertprogramm des SonntagsChores „Stimmenwelten“ trägt den Untertitel: Lieder von Liebe, Hoffnung, Freiheit und Frieden, folglich gliederte sich das Programm in vier Blöcke, wobei die thematischen Übergänge fließend sind. Im ersten Block, der sich geistlicher Literatur widmete, sang der Chor ein kräftiges „Laudate Dominum“ für den Glauben, das innige „Ubi caritas“ für die Liebe und ein „Lux aeterna“ für die Hoffnung. Mit dem Stück „This is my Father`s world“ des Letten Ērik Ešenvalds pries der Chor nicht nur die Schöpfung und die Schönheit dieser Welt, sondern gab auch seinem Dirigenten und musikalischen Leiter Johannes Kalpers die Gelegenheit, seine strahlende Tenorstimme erklingen zu lassen.
Im zweiten Block, gefühlvoll anmoderiert von Claudia Kahl, entführte der SonntagsChor seine Zuhörerschaft nach Südamerika und vermittelte ihr einen Eindruck vom Sound der Leidenschaft zwischenmenschlicher Beziehungen.
Der dritte Abschnitt des Konzertes bewies, wenn es denn dessen bedurft hätte, dass der Wunsch nach Frieden alle Menschen aller Kulturen zu allen Zeiten umgetrieben hat. Udo Lindenbergs „Wir zieh`n in den Frieden“ reihte sich hier nahtlos ein in Felix Mendelssohns Vertonung des Luthertextes „Verleih uns Frieden“ und die Komposition von Dan Forrest „Shalom“. Gerade in diesem Stück spürt der Zuhörer ganz deutlich, wie „Frieden“ zu verstehen ist , nämlich so, wie es der jüdische Philosoph Baruch de Spinoza formuliert hat: Friede ist nicht Abwesenheit von Krieg. Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen und Gerechtigkeit. Eine solche Welt sollte uns allen Heimat sein, eine Welt, in der jeder und jede die Freiheit hat, zu leben und zu lieben, wie er oder sie es will. Und davon handelte der letzte Teil des Konzertes mit „You`ll be in my heart“ von Phil Collins an zentraler Stelle.
Natürlich ließ das Publikum den Chor nicht ohne Zugaben ziehen, ein Wunsch, dem die Sängerinnen und Sänger und auch Johannes Kalpers nur zu gerne nachkamen.
In der Heimat der Orgelbauer
Die dreischiffige Hallenkirche St. Martin mit ihrem starken Turm beherrscht das Ortsbild von Rhaunen im Hunsrück. 1888 wurde die Kirche im ornamentreichen neugotischen Stil erbaut, heute besticht das Gotteshaus jedoch mit einer dezenten eleganten Farbgebung, modernen lichtdurchlässigen Fenstern und einer zurückhaltenden Ausstattung. Auf der Empore prunkt eine Stumm-Orgel. Dieses beeindruckende Gotteshaus war am Sonntag Probenraum des SonntagsChores Rheinland-Pfalz. Und das war nicht nur für eine erfolgreiche Probenarbeit begrüßenswert, sondern auch damit die Sänger und Sängerinnen Erfahrungen mit dem Klangraum von St. Martin machen konnten, denn im Juni wird der Chor an dieser Stätte ein Konzert geben, das den Titel „Stimmenwelten“ trägt und sich der Themen Liebe, Hoffnung, Freiheit und Frieden annimmt. Und so erhielten an diesem Probensonntag bewährte Stücke einen allerletzten Schliff, denn der musikalische Leiter Johannes Kalpers hat von den Interpretationen klare Vorstellungen und vermag sie den Aktiven auch zu vermitteln. Neue Werke wurden gefestigt und in eine präsentable Form gebracht. Als Johannes Kalpers die Chorprobe nach fünf Stunden beenden wollte, bestand der Chor geschlossen auf eine weitere Stunde Probenarbeit. Wenn das nicht von Begeisterung zeugt...
Und so freut sich das gesamte Ensemble darauf, am 28. Juni wieder nach Rhaunen kommen zu dürfen.
